MUSIK IM RAUM - 2026
Konzertreihe
- 2025 - LAST EXIT - What's Next
Unsere Planung für die weiteren Konzerte für 2026 ist in Vorbereitung.
Diese Konzerte und Performances werden wie in den vorangegangenen Jahren in erster Linie im Herbst 2026 stattfinden.
Das Thema von MIR für 2026 lautet: CLOSED CIRCUIT _ Kunst und Klang
Und es gibt bereits ein erstes Konzert: TRIZEPS
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CLOSED CIRCUIT _ Kunst und Klang
Mit der Moderne treten die bildenden Künste in eine enge, intensive Wechselbeziehung zu Musik und Klang. Dies reicht zunächst von der wechselseitigen Übernahme und Beeinflussung ästhetischer Prinzipien bis hin zu Kompositionen, die sich ausdrücklich auf Werke der bildenden Kunst beziehen oder diese zum Gegenstand haben. Kooperationen zwischen den musikalischen und künstlerischen Protagonisten der frühmodernen Avantgarde gehören zu den Motoren der ästhetischen Entwicklung des 20. Jahrhunderts. Sie wirken nach bis in unsere Gegenwart.
Nach 1945 erfährt die Beziehung zwischen Kunst und Klang wesentliche Erweiterungen und Intensivierungen (bis hin zu radikalen Formen). Dies ist nicht nur einem offenen Kunstbegriff geschuldet, der prinzipiell die Grenzen musikalischer und künstlerischer Gattungen und Formen auflöst. Hinzu treten performative und bewegte bildnerische Verfahren, die den Klang, das Geräusch und die Musik als – organische – Ergänzung und Ausdruckssteigerung hinzuziehen. Performance, Happening, Fluxus, Medienkunst und andere Formen prozessorientierter ästhetischer Produktion nach 1945 integrieren Geräusch und Klang als wesentliche Erweiterung ihrer visuellen Präsenz. Dies häufig im Sinne einer Radikalisierung des künstlerischen Ausdrucks.
Der auf den Koreanischen Künstler Nam June Paik zurückgehende Begriff des CLOSED CIRCUIT umschreibt eine als visuelle Rückkopplung funktionierende Form einer prinzipiell unendlichen, selbstreferenziellen Bildproduktion. Sie wird ab den frühen 1960er Jahren ermöglicht durch Kameras, Videotechnik, Bildschirme und Projektionen.
Wenn Musik im Raum CLOSED CIRCUIT zum Ausgangspunkt der für 2026 geplanten Konzertreihe macht, so geht es weniger um die unmittelbare visuell-akustische Rückkopplung im Sinne Paiks. Vielmehr sollen in den Konzerten und Performances der Reihe mehr oder weniger direkte, mehr oder weniger nachvollziehbare Beziehungen und Wechselwirkungen zu Werken der bildenden Kunst inszeniert und musikalisch-klanglich realisiert werden. Die dabei angestrebten Wirkungen gehen weit über eine bloße Kommentierung oder Illustration der jeweils anderen Gattung hinaus. Künstlerische Arbeiten (der Begriff wird weit und offen verstanden und reicht vom Bild bis hin zur Intervention im öffentlichen Raum) werden in eine abstrakte, auch konfrontative Beziehung gesetzt. Ergänzende Gattungen (Bewegung, Tanz, Text, Video etc.) übernehmen dabei wichtige Vermittlungs- und Transformationsfunktionen innerhalb des komplexen Geflechts aus Klang, Musik und künstlerischem Werk.
Letztlich möchte CLOSED CIRCUIT dem Publikum die aktuelle Relevanz der wichtigen Wechselwirkungen und Transformationsprozesse im „Zusammenspiel“ (durchaus wörtlich zu verstehen) von Musik, Klang und visueller Kunst anhand repräsentativer Konzertereignisse vor Augen (und Ohren) führen.
Kooperationen mit Sammlungen, Museen, Kunstinitiativen und Künstler:innen stellen dabei das Rückgrat der Reihe dar.
An den genauen Terminen bzw. Optionen für die Spielorte wird teilweise noch gearbeitet.
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